Implantate – der Zahnersatz

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Ein gesunder Patient

neue zähne

Unter Berücksichtigung der gesamtkörperlichen Verfassung ist der Einsatz eines Implantates prinzipiell bei jedem gesunden Patienten mit abgeschlossenem Kieferwachstum möglich. Dies ist in der Regel mit 17 Jahren der Fall. Bei entsprechender gesundheitlicher Verfassung gibt es auch nach oben hin keine Altersgrenze. Vor dem Einsetzen der Implantate steht selbstverständlich neben der Erhebung der Krankengeschichte des Patienten die gewissenhafte Diagnostik und Planung.

Grundvoraussetzungen, die der Patient mitbringen muss

  • Einwandfreie Mundhygiene
  • keine unbehandelte Karies
  • Normale körperliche Verfassung
  • Abgeschlossenes Kieferwachstum
  • Gegebenenfalls behandelte Parodontitis

Anatomische lokale Voraussetzungen

  • Keine Gefahr für umliegende Nerven und Blutgefäße
  • Solange die Möglichkeit eines Kieferknochenaufbaus besteht, ist auch das Fehlen von Kieferknochen kein absolutes Ausschlusskriterium.
  • Ein sowohl in der Menge (Quantität) und Beschaffenheit (Qualität) ausreichender Knochen. Der Mediziner spricht von Knochenquantität und Knochenqualität.

Wenn die Zähne zu wackeln beginnen

Mit einem Implantat kann Zahnersatz direkt im Kieferknochen verankert werden. Das dabei benutzte Titan zeichnet sich sowohl durch seine große Stabilität und Beständigkeit aus, als auch durch seine sehr gute Verträglichkeit. Da der Knochen direkt mit der Implantatsoberfläche zusammenwächst, kommt es weder zu Abstoßungserscheinungen noch zu Überempfindlichkeitsreaktionen. Implantate können neben Einzelzähnen auch komplette Gebissreihen fest im Kiefer verankern. Dies geschieht mittels vier oder sechs Implantatsschrauben. Somit besteht auch für Menschen, die Probleme mit ungenau sitzenden Ober- bzw. Unterkieferprothesen haben, wieder die Möglichkeit, fest sitzende Zähne zu bekommen. Gelten bestimmte Voraussetzungen für den Einsatz eines Implantates?

So wird ein Implantat im Kieferknochen befestigt

Das Einbringen, oder, wie es in der Fachsprache heißt, das „Inserieren“ des Implantates ist in der Regel ein kleiner zahnärztlich-chirurgischer Eingriff, der pro Implantat kaum länger als 20-30 Minuten benötigt. Üblicherweise wird der Eingriff in lokaler Anästhesie vorgenommen, bei umfangreicheren Behandlungen kann nach dem Ermessen des Zahnarztes die Behandlung auch im Dämmerschlaf (Sedierung) oder aber einer Vollnarkose stattfinden.

Welche Alternativen zu Implantaten existieren?

Neben Implantaten ist die Befestigung von neuen Zähnen im Kiefer auch mit den klassischen Methoden der festsitzenden Brücke oder der herausnehmbaren Teil- oder Vollprothese möglich. Bei kleineren Zahnlücken wird meist eine Brücke verwendet. Größere Zahnlücken und sogenannte Freiendsituationen, d.h. wenn zum Beispiel die Backenzähne fehlen, werden mit Prothesen versorgt.

Was geschieht während der Implantatseinsetzung?

Anamnese – allgemeiner Gesundheitszustand

Um einen Überblick über den allgemeinen gesundheitlichen Zustand des Patienten zu gewinnen, wird zu Beginn die Anamnese durchgeführt. Diese systematische Erfassung der Krankheitsgeschichte ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem erfolgreichen Einbringen des Implantates. Klinische Inspektion des Mundbereichs Es folgt die Aufnahme des klinischen Befundes – einfach ausgedrückt die Erfassung der derzeitigen Mundsituation.

  • Untersuchung aufParodontitis
  • Zustand von Füllungen
  • Karieserkrankungen
  • eventuelle Zahnlücken
  • Kieferrelation (Zuordnung des Oberkiefers zum Unterkiefer)
  • Entzündungen in der Mundhöhle

Aktuelles Röntgenbild – radiologische Untersuchung

implantat-radiologische-untersuchung-180419115449Weiterhin ist die Erstellung und Auswertung von Röntgenbildern – in den meisten Fällen sogenannte Übersichtsaufnahmen – notwendig. Wurden innerhalb der letzten sechs Monate bereits entsprechende Röntgenbilder erstellt, so können auch diese zur Begutachtung verwendet werden. Als Ergebnis dieser Untersuchungen kann man sagen, wo und wie viel Kieferknochen derzeit existiert, um dem Implantat einen sicheren Halt geben zu können.

Vorteile von Implantaten

Die Natur ist das beste Vorbild Die Natur dient als das beste Leitbild, auch wenn es darum geht, einen fehlenden Zahn zu ersetzen. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte hat sie für jedes Organ eine ideale Architektur entwickelt. Ein Implantat macht es möglich, diese zu imitieren und den fehlenden Zahn mitsamt Wurzel und Krone zu ersetzen, so dass der Zahnersatz genau die gleichen Aufgaben erfüllen kann wie zuvor der eigene Zahn.

Ein Überblick über die Vorteile von Implantaten

  • vollständige Wiederherstellung von Ästhetik, Kaufunktion und Sprachfunktion, daher optimales Lebensgefühl durch Zahnersatz mit Implantaten
  • garantieren stabilen Halt im Knochen
  • stets tadelloser Sitz und keine lästigen Druckstellen wie bei konventionellen Prothesen
  • Erhaltung der normalen hygienefähigen Bedingungen (keine Schmutznieschen durch Kronenränder und Brückengliedern)
  • fehlende Zähne werden im Ganzen ersetzt, mitsamt Wurzel und Krone
  • indem die Kaukraft in den Kieferknochen weitergeleitet wird, verhindern Implantate den Verlust von Knochensubstanz (knochenprotektive Wirkung)
  • keine Beschädigung der eigenen Zähne, wie dies bei Brücken durch Beschleifen der Fall ist vollkommen natürlicher, ästhetisch optimaler Zahnersatz

 

Wann ist ist vom Einsatz eines Implantates abzuraten?

  • Nach Bestrahlungen des Kieferknochens im Rahmen von Tumoroperationen – Implantate können unter stationären Verhältnissen auch in bestrahlte Kieferknochenabschnitte eingebracht werden, jedoch sollte dies spezialisierten Unikliniken vorbehalten sein, die über spezielle Erfahrung mit bestrahlten Kiefern verfügen. Die Zahnarztpraxis ist der falsche Ort für einen bestrahlten Kiefer!
  • Wenn Bisphosphonate eingenommen werden (Bisphosphonate werden zur Behandlung von Osteroporose sowie zur Verhinderung von Knochenmetastasen bei Tumorpatienten verwendet.)
  • Bei Chemotherapie

 

Kompromisse der traditionellen Versorgungen

Allerdings hat die Benutzung von Brücken Brücken und Prothesen einige Nachteile im Vergleich zur Implantatsversorgung.

Fehlende Zähne mit Brücken zu ersetzen, bedeutet auch an sich völlig gesunde Nachbarzähne zu beschleifen.
Es wird nicht der vollständige Zahn ersetzt, sondern lediglich die Krone. Das bedeutet, etwa 2/3 des fehlenden Zahnes fehlen auch weiterhin.
Daher schwindet auch die Knochensubstanz, weil keine funktionell erhaltenden Reize in den Knochen weitergeleitet werden.
In Folge des zunehmenden Knochenschwundes unterhalb der Prothese verschlechtert sich zunehmend deren Sitz.
Prothesen mit mangelhafter Passgenauigkeit können Druckstellen erzeugen, die sehr schmerzhaft sind und darüber hinaus begünstigen sie den weiteren Kieferknochenabbau durch ungünstige Belastung des Knochens.
Durch Knochenverlust verliert das Gesicht auch eine wichtige Stütze für Weichgewebe. In der Folge kann dies zu einem Einfallen von Lippen und Gesicht führen und somit eine funktionelle und ästhetische Beeinträchtigung bedeuten.

Welche Risiken birgt der Implantatseinsatz?

Wie jede Operation ist auch der Einsatz von Implantaten mit gewissen, zum größten Teil theoretischen Risiken versehen. In sehr seltenen Fällen kann es während der Behandlung zu einer ungewollten Schädigung von Nerven oder umliegenden Zähnen kommen. Im späteren Verlauf auftretende Infektionen können Knochenschwund verursachen und zum Verlust des Implantates führen. Durch bestimmte Risikofaktoren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen. Dazu gehören vor allem Zigarettenkonsum sowie eine ungenügende Mundhygiene, aber auch Zuckerkrankheit sowie ein geschwächtes körpereigenes Abwehrsystem können Komplikationen nach dem Einsatz begünstigen.

Wie viel kostet der Einsatz eines Implantates?

Implantatsplanungen sind so individuell wie die Menschen selbst! Daher können keine genauen Kostenangaben gemacht werden. Um sich jedoch eine Vorstellung von den anfallenden Kosten zu machen, kann man Auskünfte zu sogenannten Standardfällen machen.

Die Gesamtkosten für einen fehlenden Zahn betragen zwischen 1700-2500 Euro (ohne knochenaufbauende Maßnahmen). Sind knochenaufbauende Maßnahmen nötig, so erhöhen sich die Gesamtkosten pro Zahn auf bis zu 3500 Euro. Was zahlen die gesetzlichen Krankenkassen? 2005 wurde für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen das sogenannte Festkostenzuschuss-System eingeführt. Dieses System klassifiziert bestimmte Lückengebiss-Situationen und zahlt einen festen Zuschuss für eine Standardversorgung.

Der Zuschussbetrag richtet sich auch nach dem Stand des vom Patienten ausgefüllten Bonusheftes. Ein Beispiel: Fehlt ein Schneidezahn, so beträgt der Festkostenzuschuss bei maximalem Bonus 523,52 €. Zieht man diesen Betrag von den oben genannten Gesamtkosten ab, so erhält man den Eigenanteil des Patienten. Also bei Gesamtkosten von 2000 € ein Eigenanteil von 1476,48 €. Um den Eigenanteil zu minimieren, ist der Abschluss einer privaten Zahn-Zusatzversicherung möglich.

Offen oder geschlossen?

Im Anschluss an das Einbringen des Implantates wird der Wundbereich wieder verschlossen. Hierbei gibt es zwei verschiedene Varianten. Offene Einheilung: Das Zahnfleisch wird nicht wieder komplett zugenäht. Stattdessen wird auf das Implantat eine sogenannte Einheilkappe aufgesetzt, die durch die Schleimhaut hindurchragt. Der Vorteil der offenen Einheilung besteht darin, dass das Zahnfleisch zum Freilegen des Implantates nicht wieder aufgeschnitten werden muss. Ein Nachteil existiert aber darin, dass unter Umständen die dunkelfarbene, metallische Implantatschulter am Kronenrand später zu sehen ist. Geschlossene Einheilung: Bei einer geschlossenen Einheilung wird die Implantatsstelle im Gegensatz dazu dicht vernäht. Ist die Einheilphase abgeschlossen, was zwischen 4 und 6 Wochen dauern kann, wird in einem kleinen Eingriff das Zahnfleisch wieder geöffnet. Auf dem nun freiliegenden Implantatsaufsatz kann jetzt der Zahnersatz befestigt werden.

Was zahlen die privaten Versicherungen?

Private Krankenversicherungen übernehmen je nach Zahntarif zwischen 50-100 % der Gesamtkosten. Da aber mit jedem Patienten individuelle private Verträge abgeschlossen werden und darüber hinaus eine Unterscheidung zwischen den Honorarkosten für den Zahnarzt und den Laborkosten, mit teils verschiedenen prozentualen Kostenübernahmeanteilen, stattfindet, ist eine pauschale Aussage nicht möglich. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, bei der Versicherung vor der Behandlung einen ausführlichen Kostenvoranschlag einzureichen, so dass im Anschluss an die Behandlung keine bösen Überraschungen auftreten.

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