Welche Risiken hat eine Vollnarkose beim Zahnarzt?

Was nach einer Narkose häufig vorkommt, was selten ist – und wie Sie selbst dazu beitragen, dass alles gut vorbereitet ist
Dr. Jens Dreißig · Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie · Dinkelsbühl


Das Wichtigste in Kürze

  • Keine Narkose ist ganz ohne Risiko. Schwerwiegende Komplikationen sind laut österreichischem Gesundheitsportal aber sehr selten.
  • Häufig sind vorübergehende Beschwerden wie Übelkeit, Heiserkeit oder ein kratziger Hals durch den Beatmungsschlauch.
  • Vor der Narkose klärt Sie die Anästhesistin oder der Anästhesist gesondert auf – auch über Nüchternheit und Verhalten danach.
  • Sie selbst tragen viel bei: Vorerkrankungen und Medikamente angeben, nüchtern kommen, sich abholen lassen.
  • Bei uns übernimmt bei einer Vollnarkose ein Facharzt für Anästhesiologie Narkose und Überwachung; danach ruhen Sie im Aufwachraum.

Für viele Menschen mit großer Zahnarztangst ist die Vollnarkose der Weg, eine längst fällige Behandlung überhaupt anzugehen. Gleichzeitig kommt die Frage: Welche Risiken hat eine Vollnarkose beim Zahnarzt – und wie gefährlich ist das? Diese Sorge ist verständlich und verdient eine ehrliche Antwort. In diesem Artikel ordnen wir ein, was nach einer Narkose häufig vorkommt, welche Komplikationen selten sind und was Sie selbst tun können. Wann eine Vollnarkose sinnvoll ist und wie der Ablauf in unserer Praxis aussieht, erklären wir in eigenen Beiträgen.

Wie gefährlich ist eine Vollnarkose beim Zahnarzt?

Eine Vollnarkose ist ein ärztlicher Eingriff – und kein Eingriff ist völlig frei von Risiken. Das offen zu sagen, gehört zu einer ehrlichen Aufklärung. Genauso wichtig ist die Einordnung: Laut österreichischem Gesundheitsportal (2023) treten schwerwiegende Komplikationen während einer Narkose sehr selten auf. Zu diesen seltenen Ereignissen zählen zum Beispiel Atemstörungen oder dass Mageninhalt in die Lunge gelangt.

Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, hängt vor allem von Ihrer Gesundheit ab: von Herz, Lunge, Vorerkrankungen und Medikamenten. Deshalb steht vor jeder Narkose ein Aufklärungsgespräch. Die Bundeszahnärztekammer (2024) hält fest: Die Zahnärztin oder der Zahnarzt erklärt den geplanten Eingriff und die Alternativen, die Anästhesistin oder der Anästhesist klärt gesondert über die Narkose auf – einschließlich Nüchternheit und der Einschränkungen vor und nach dem Eingriff.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

Die meisten Beschwerden nach einer Narkose sind unangenehm, aber vorübergehend. Am häufigsten sind laut Gesundheitsportal Übelkeit und Erbrechen. Dazu kommen Heiserkeit, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, weil während der Narkose ein Beatmungsschlauch eingelegt wird. Manche Menschen frieren nach dem Aufwachen oder zittern leicht.

Viele fühlen sich danach außerdem müde und etwas benommen. Das ist ein Grund, warum Sie nach einer ambulanten Vollnarkose nicht allein nach Hause gehen und nicht selbst Auto fahren. Wie lange die Einschränkungen gelten, erfahren Sie im Aufklärungsgespräch. Bei Übelkeit oder Schmerzen nach dem Eingriff gibt es Möglichkeiten, diese zu lindern – sprechen Sie das Team im Aufwachraum ruhig darauf an.

Was bedeutet die Intubation bei einer Vollnarkose?

Während einer Vollnarkose atmen Sie nicht selbstständig ausreichend. Deshalb wird nach dem Einschlafen ein dünner Beatmungsschlauch eingelegt – das nennt man Intubation. Bei Eingriffen im Mund führt man den Schlauch häufig über die Nase ein, damit der Mund für die Behandlung frei bleibt. Sie bekommen davon nichts mit.

Der Schlauch ist der Grund für die häufigen Halsbeschwerden danach. Sie klingen in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Die Intubation schützt gleichzeitig die Atemwege. Damit dieser Schutz funktioniert, ist die Nüchternheit so wichtig: Laut gesundheitsinformation.de sollte man mindestens die letzten sechs bis acht Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen. Welche Zeiten für Sie gelten – auch für Getränke –, legt die Anästhesie fest.

Was Sie selbst beitragen können

Ein Teil der Sicherheit liegt in guter Vorbereitung – und die können Sie unterstützen. Geben Sie im Aufklärungsgespräch alle Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente an, auch Blutverdünner und Nahrungsergänzungsmittel. Halten Sie sich an die Nüchternzeiten. Organisieren Sie eine Begleitperson, die Sie abholt, und planen Sie den Rest des Tages ohne Termine.

In unserer Praxis übernimmt bei einer Vollnarkose ein Facharzt für Anästhesiologie die Narkose und die Überwachung. Nach dem Eingriff ruhen Sie in unserem praxiseigenen Aufwachraum, bis Sie abgeholt werden. Und wenn Ihnen eine Vollnarkose zu viel ist: Je nach Behandlung kommen auch örtliche Betäubung oder Dämmerschlaf infrage. Welche Form für Sie passt, besprechen wir gemeinsam und ohne Druck.

Häufig oder selten? Ein Überblick

Häufig und meist vorübergehend Sehr selten
Übelkeit, Erbrechen Atemstörungen
Heiserkeit, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden Mageninhalt gelangt in die Lunge
Frieren, leichtes Zittern, Müdigkeit Wachwerden während der Narkose

Dieser Artikel erklärt die Grundlagen allgemein. Er ersetzt keine persönliche Beratung, keine zahnärztliche Diagnose und nicht das Aufklärungsgespräch mit der Anästhesie.

Reden wir zuerst über Ihre Sorgen
Sie haben lange gezögert und überlegen, ob eine Vollnarkose für Sie infrage kommt? Beim ersten Termin hören wir zu. Behandelt wird erst, wenn Sie das möchten. Rufen Sie uns an unter 09851 / 55 44 95 oder nutzen Sie unsere Online-Rezeption.

Häufige Fragen

Frage: Wie gefährlich ist eine Vollnarkose beim Zahnarzt?
Antwort: Keine Narkose ist ganz ohne Risiko. Schwerwiegende Komplikationen sind aber sehr selten. Wie hoch das Risiko für Sie ist, klärt die Anästhesie im Vorgespräch anhand Ihrer Gesundheit.

Frage: Welche Nebenwirkungen sind nach einer Vollnarkose normal?
Antwort: Häufig sind Übelkeit, Heiserkeit, Halsschmerzen, Frieren und Müdigkeit. Diese Beschwerden gehen in der Regel von selbst wieder vorbei.

Frage: Wird bei einer Vollnarkose beim Zahnarzt intubiert?
Antwort: In der Regel ja. Bei Eingriffen im Mund wird der Beatmungsschlauch häufig über die Nase eingeführt. Sie schlafen dabei bereits und bekommen davon nichts mit.

Frage: Darf ich nach einer ambulanten Vollnarkose Auto fahren?
Antwort: Nein. Lassen Sie sich abholen und begleiten. Wie lange die Einschränkungen gelten, erfahren Sie im Aufklärungsgespräch.

Frage: Wer macht bei Ihnen die Narkose?
Antwort: Bei einer Vollnarkose übernimmt ein Facharzt für Anästhesiologie Narkose und Überwachung. Danach ruhen Sie in unserem praxiseigenen Aufwachraum.


Dr. Jens Dreißig ist Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie und führt seit 2008 seine Praxis in Dinkelsbühl. Schwerpunkte der Praxis sind Oralchirurgie, Implantologie, Zahnerhalt und die Begleitung von Menschen mit Zahnarztangst.

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