CEREC einfach erklärt: Wie digitaler Zahnersatz in einer Sitzung entsteht
Kein Abdrucklöffel, kein Provisorium, kein zweiter Termin – und trotzdem eine präzise Keramikkrone. Was hinter dem Kürzel CEREC steckt, erklärt dieser Artikel.
Medizinisch geprüft am 11.06.2025 von Dr. Jens Dreißig | Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Dinkelsbühl | Zahnarztpraxis Dr. Jens Dreißig | Dinkelsbühl
Auf einen Blick
- CEREC = computergestützter Zahnersatz: Die Abkürzung steht für Chairside Economical Restoration of Esthetic Ceramics – ein digitales System, mit dem Keramikkronen, Inlays und Veneers direkt in der Praxis gefertigt werden.
- Drei Schritte statt vieler Termine: Messen (3D-Scan), Konstruieren (CAD-Software) und Schleifen (CAM-Maschine) – alles läuft in derselben Sitzung ab.
- Kein Abdrucklöffel: Ein kleiner Intraoralscan ersetzt die früher übliche Silikonabformung vollständig – angenehmer für Patienten mit Würgereiz.
- Präzise Randschlussqualität: Weil die Daten digital übertragen werden, entstehen keine Verzerrungen durch Materialschwund oder Transportfehler, wie sie beim Abdruck möglich sind.
- Vollkeramik aus einem Stück: Das fertige Werkstück ist ein hochwertiger Keramikblock – zahnfarben, metallarm und biologisch sehr gut verträglich.
Was bedeutet CEREC – und warum klingt das so technisch?
CEREC ist ein englisches Kürzel: Chairside Economical Restoration of Esthetic Ceramics. Übersetzt heißt das in etwa: „Zahnersatz aus Keramik, der direkt am Behandlungsstuhl hergestellt wird.“ Das klingt zunächst abstrakt – dahinter steckt aber ein Verfahren, das den klassischen Weg zur Zahnkrone grundlegend verändert hat.
Früher bedeutete eine neue Krone fast immer: Abformung mit einem unangenehmen Silikonlöffel, Provisorium einsetzen, wochenlang warten, bis das Dentallabor die Krone gefertigt hat, und dann ein zweiter Termin für das Einsetzen. Mit CEREC läuft dieser gesamte Prozess innerhalb einer einzigen Behandlungssitzung ab – von der Vorbereitung des Zahns bis zur fertigen, fest eingesetzten Keramikversorgung.
Wie funktioniert CEREC? Der Ablauf Schritt für Schritt
Der CEREC-Workflow besteht aus drei Phasen, die nahtlos ineinandergreifen. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, sieht schnell, warum das Verfahren für viele Patienten so viel angenehmer ist als der klassische Laborweg.
Phase 1 – Der digitale 3D-Scan (Abformung ohne Löffel): Anstelle von Silikonmasse kommt eine kleine Kameraeinheit in den Mund. Diese scannt die vorbereitete Zahnfläche und die umliegenden Zähne in Sekundenbruchteilen. Das Ergebnis ist ein hochpräzises, dreidimensionales Abbild des Gebisses auf dem Computerbildschirm – ohne Würgereiz, ohne klebrige Masse, ohne Wartezeit beim Abbinden.
Phase 2 – Die digitale Konstruktion (CAD – Computer Aided Design): Auf Basis des 3D-Scans entsteht am Computer die genaue Form der neuen Restauration. Die Software schlägt eine Ausgangsform vor – der Zahnarzt überprüft, verfeinert und passt sie an, bis Biss und Form exakt stimmen. Dieser Schritt dauert üblicherweise einige Minuten und findet direkt in der Behandlungseinheit statt.
Phase 3 – Das Schleifen (CAM – Computer Aided Manufacturing): Die fertige digitale Konstruktion wird an eine kleine Schleifeinheit in der Praxis übertragen. Sie fräst und schleift die Restauration aus einem industriell vorgefertigten Keramikblock heraus – vollautomatisch, mit einer Genauigkeit von wenigen Mikrometern. Nach dem Schleifvorgang wird das fertige Werkstück einprobiert, poliert und eingeklebt.
| Schritt | Was passiert | Vorteil für den Patienten |
|---|---|---|
| 3D-Scan | Digitale Abformung per Kamera | Kein Abdrucklöffel, kein Würgereiz |
| CAD-Konstruktion | Virtuelle Formgebung am Computer | Hohe Passgenauigkeit durch digitale Präzision |
| CAM-Fräsung | Automatisches Schleifen aus Keramikblock | Fertige Krone in derselben Sitzung |
| Einsetzen | Einprobe, Politur, Einkleben | Kein Provisorium, kein Zweittermin |
Was wird mit CEREC hergestellt – und welches Material ist das?
CEREC eignet sich für eine ganze Reihe von Restaurationen: Inlays (Füllungen, die in den Zahn eingepasst werden), Onlays (größere Teilkronen), Veneers (dünne Verblendschalen für die Zahnfläche) und vollständige Kronen. Entscheidend ist in jedem Fall, dass ausreichend gesunde Zahnsubstanz erhalten ist – der CEREC-Aufbau setzt immer auf einem intakten Restzahn auf.
Das Material ist Vollkeramik, meist Feldspatkeramik oder modernere Hochleistungskeramiken wie Lithiumdisilikat. Diese Werkstoffe sind zahnfarben und können genau auf den individuellen Farbton abgestimmt werden – sie sind von einer natürlichen Krone kaum zu unterscheiden. Zugleich sind sie metallarm und biologisch sehr gut verträglich, was besonders für Menschen mit Metallunverträglichkeiten ein relevanter Vorteil ist. Die Materialstärke ist hoch genug, um auch Kauflächen dauerhaft zu versorgen.
Warum digitale Präzision einen Unterschied macht
Bei der klassischen Abformung mit Silikonmasse entstehen kleine Verzerrungen – durch Schrumpfung des Materials, Temperaturschwankungen beim Transport zum Labor oder minimale Fehler beim Ausgießen des Modells. Im CEREC-Verfahren entfallen diese Fehlerquellen vollständig: Die Daten laufen digital vom Scan direkt in die Schleifeinheit. Das Ergebnis ist eine sehr hohe Randschlussgenauigkeit, also ein exakter Sitz der Restauration am Zahn – was langfristig das Risiko von Unterminierungen und Folgeerkrankungen am Zahnfleisch reduziert.
Für wen kommt CEREC in Frage?
CEREC ist grundsätzlich für alle Patienten geeignet, die eine Krone, ein Inlay oder eine ähnliche Keramikversorgung benötigen – und dabei auf Provisorien und mehrwöchige Wartezeiten verzichten möchten. Besonders schätzen das Verfahren Menschen mit einem ausgeprägten Würgereiz, die Silikonabformungen als unangenehm oder kaum tolerierbar erleben. Auch für Berufstätige, die nicht mehrfach Termine blocken möchten, ist die Einsitzungs-Versorgung praktisch.
Ob CEREC im Einzelfall die optimale Lösung ist, hängt immer vom Befund ab: Wie viel gesunde Zahnsubstanz ist erhalten? Welcher Bereich ist betroffen? In der persönlichen Beratung in unserer Praxis in Dinkelsbühl besprechen wir gemeinsam, welche Versorgungsform – CEREC, klassischer Laborweg oder Implantat – für Sie die beste Grundlage für viele gesunde Jahre bietet. Beide Wege haben ihren Platz in der modernen Zahnmedizin; entscheidend ist die richtige Wahl für den einzelnen Zahn und den einzelnen Patienten.
Interesse an CEREC-Zahnersatz in Dinkelsbühl?
Gerne erklären wir Ihnen im Erstgespräch, ob CEREC für Ihren Zahn geeignet ist – ohne Druck, mit Zeit für Ihre Fragen. Rufen Sie uns an unter 09851 / 55 44 95 oder schreiben Sie an mail@ihre-zahnaerzte.org.
Häufig gestellte Fragen
Frage: Was bedeutet das Kürzel CEREC?
Antwort: CEREC steht für Chairside Economical Restoration of Esthetic Ceramics – auf Deutsch etwa: Keramikversorgung, die direkt am Behandlungsstuhl hergestellt wird. Das Verfahren kombiniert einen digitalen 3D-Scan, eine CAD-Konstruktionssoftware und eine computergesteuerte Schleifeinheit zu einem geschlossenen System in der Praxis.
Frage: Tut der CEREC-Scan weh?
Antwort: Nein. Der Intraoralscan ist völlig schmerzfrei. Eine kleine Kameraeinheit wird kurz in den Mund geführt und nimmt in Sekundenbruchteilen dreidimensionale Bilder auf. Es gibt keinen Abdrucklöffel, keine Silikonmasse und keinen Druck auf das Zahnfleisch.
Frage: Wie lange hält eine CEREC-Krone?
Antwort: Die Lebensdauer einer CEREC-Krone ist mit der einer im Labor gefertigten Keramikkrone vergleichbar. Sie hängt vor allem von der Mundhygiene, dem Kaudruck und der regelmäßigen professionellen Zahnreinigung ab. Pauschale Angaben sind nicht seriös – Ihr Zahnarzt kann das im Einzelfall einschätzen.
Frage: Kann CEREC auch für Frontzähne eingesetzt werden?
Antwort: Ja. Gerade im Frontbereich ist die Möglichkeit, die Farbe individuell abzustimmen, besonders wertvoll. CEREC-Keramik kann sehr fein auf den natürlichen Zahnfarbton angepasst werden, sodass die Restauration kaum von einem echten Zahn zu unterscheiden ist.
Frage: Was ist der Unterschied zwischen CEREC und dem klassischen Laborweg?
Antwort: Beim klassischen Weg wird ein physischer Abdruck genommen, der ins Labor geschickt wird. Dort fertigt ein Zahntechniker die Krone von Hand oder maschinenunterstützt – was in der Regel ein bis zwei Wochen dauert. In der Zwischenzeit trägt der Patient ein Provisorium. Beim CEREC-Verfahren entfällt das Provisorium, weil alles in einer einzigen Sitzung abläuft.
Über die Zahnarztpraxis Dr. Jens Dreißig: Die Praxis in der Königsberger Straße 4 in Dinkelsbühl vereint fachzahnärztliche Oralchirurgie (Dr. Jens Dreißig, Fachzahnarzt für Oralchirurgie seit 1995), spezialisierte Endodontie (ZÄ Aireda Qafmolla, Curriculum Endodontie 2023) und Familienzahnheilkunde (Dr. Sabine Erber-Leicher) unter einem Dach. Sprechzeiten: Mo–Do 08:00–20:00 Uhr, Fr 08:00–13:00 Uhr.
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